Gattung R:

Rils-y 649

Drehgestellflachwagen mit vier Radsätzen, mit und ohne verschiebbarem Planenverdeck und verstellbaren Rungen. Die Güterwagen der Bauarten Rils-y 649 (geschlossen) und Rs-y 667 (offen) sind mit speziellen Ladegestellen für die gesattelte Verladung von Drahtrollen mit einer max. Breite von 2,00 m und einem max. Durchmesser von 1,25 m ausgerüstet.

Die Ladegestelle verfügen über jeweils 13 holzverkleidete Mulden, die die untere Lage der Drahtrollen aufnehmen. Weitere 12 Rollen können gesattelt auf der ersten Lage verladen werden. In Querrichtung wird die Ladung durch 12 individuell von Hand verschiebbare Doppellrungenpaare gesichert.

Hinweis: Bauart ähnelt Wagen auf dem Foto. Exakte Abmessungen entnehmen Sie bitte der Zeichnung sowie unten genannten Daten.

Technische Details

Breite der Beladeöffnung (mm) 2.850
Länge der Beladeöffnung (mm) 10.102
Durchschnittl. Eigengewicht (kg) > 29.500 ≤ 30.500
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 120
Internationale Verwendungsfähigkeit RIV
Kleinster Gleisbogenhalbmesser (m) 35
Erstes Lieferjahr oder Baujahr der z. Z. ältesten Wagen 1993
Umbaujahr 2004 (aus Rilns 654)
Feststellbremse mit und ohne Feststellbremse
Bauart der Bremse KE-GP-A
Anzahl der Bremszylinder (Stck.) 1
Durchmesser der Bremszylinder (mm) 406
Art der Lastabbremsung stufenlos, selbsttätig, pneumatisch, stufenlos, selbsttätig, pneumatisch
Bauart der Puffer UIC 526-1, Kategorie A
Puffertellerabmessungen (mm) 450 x 340
Automatische Kupplung vorbereitet (Querbalkenabstützung)
Bauart des Steuerventils KE 2dSL-ALB/d8 bzw. KE 2dSL-ALB/d22

Individuelle Daten

Breite der Beladeöffnung (mm) 2.850
Länge der Beladeöffnung (mm) 10.102
Maximale Ladegutbreite (mm) 2.000
Kleinster innerer Rungenabstand (mm) 1.600
Größter innerer Rungenabstand (mm) 2.200
Lastgrenzen

Eigengewicht > 29,5 t ≤ 30,0 t

mit und ohne Feststellbremse

 ABCD
S34,0 t42,0 t52,0 t60,0 t
120

Eigengewicht > 30,0 t ≤ 30,5 t

mit und ohne Feststellbremse

 ABCD
S33,5 t41,5 t51,5 t59,5 t
12000,0 t00,0 t00,0 t00,0 t
DB CM
100 54,0 t
DB CM
100 53,5 t

Sonstige Vermerke:

Der Wagen ist für den Transport von witterungsempfindlichen Drahtrollen bestimmt. Bei dem Umbau wurde ein Ladegestell zur doppellagigen Aufnahme von Drahtrollen in den Wagen integriert.
Das Ladegestell besteht aus 13 mit Holz ausgekleideten Lademulden, in denen die Rollen abgelegt werden können. In der oberen Lage können – unter Beachtung der Lastgrenze gemäß Lastgrenzenraster – maximal 12 Rollen in den Sätteln der unteren Rollen abgelegt werden. Für den Transport sind grundsätzlich erst alle Mulden mit Ladung zu bestücken, bevor Rollen in der oberen Lage verladen werden. Bei nicht vollständig ausgefüllter oberer Lage muss die Ladung gleichmäßig über beide Drehgestelle oder in Wagenmitte liegen.
Die seitlichen Rungen – jeweils 2 Rungen sind gemeinsam auf einem Führungsschlitten befestigt – sind manuell quer zur Fahrzeuglängsachse entsprechend der Ladegutbreite positionierbar.
Die Wagenabdeckung erfolgt mit einer PVC-beschichteten Gewebeplane, die auf 18 Rohrrahmen aufliegt. Über Laufwagen ist das Planendach in Wagenlängsrichtung verschiebbar. Das Planendach wird in geschlossener Stellung manuell verriegelt. Die 4-Punkt-Zentralverriegelung an der Stirnwand ist robust und einfach. Durch die gewählte Anordnung der Betätigungseinrichtung ist das Entriegeln des Planendaches sowohl vom Erdboden als auch von einer Rampe aus möglich. Die beidseitig an jeder Stirnwand angeordneten Verriegelungshaken einschließlich ihrer Betätigungshebel sind über eine drehbar gelagerte Welle miteinander verbunden. Hierdurch wird das Betätigen von nur einer Wagenseite möglich. Das Planendach lässt sich an einem Wagenende so weit zusammenschieben, dass ca. 2/3 der Ladefläche zur Beladung freigegeben wird. Zwischen den Spriegeln sind Hilfsspriegel so angeordnet, dass ein Einfallen der Plane beim Zusammenschieben um die Hälfte vermindert wird, um den notwendigen Freiraum zu gewährleisten. Der Wagen darf nur mit geschlossenem und verriegeltem Planendach verkehren.
Die Stirnwände setzen sich aus zwei äußeren und zwei mittleren Stirnwandsäulen und einem Rahmen zur Aufnahme des Dichtgummis zusammen. Die Beblechung ist aus 3 mm dicken Blechen ausgeführt.

Hinweis:
Diese Bauart wird seit 2012 einer Sanierung unterzogen. Dabei werden unter anderem die Rungenschlitten von einem Gleitplattensystem auf ein dauerhaft leichtgängiges Walzenlagersystem umgerüstet. Rungenschlitten mit einem weißen Punkt bzw. Wagen, die im Feld „Umrandung“ einen weißen Punkt tragen, sind saniert. Das Entriegeln und Verschieben der Rungenschlitten darf nur mit den Händen erfolgen. Eine fehlerhafte Bedienung kann die Beschädigung der Sicherungsschraube der Rungenschlitten zur Folge haben. Die Sicherungsschraube auf der Wageninnenseite muss vorhanden und unbeschädigt sein.

Der Wagen darf nur bei Gleisüberhöhungen bis max. 110 mm entladen werden; sonst besteht die Gefahr des Umkippens. Die HBL des Kastenkippers soll mindestens 20 min. vor dem Zielort mit der Lok verbunden werden, um die Kippluftbehälter zu füllen. Durch die entsprechende Ausführung der Luftsteuerung ist ein unbeabsichtigtes Kippen der Lademulde beim Auffüllen der Kippluftbehälter während der Zugfahrt ausgeschlossen. Das Füllen der Behälter von 0 auf 7,4 bar dauert ca. 20 min. Unter 7 bar sollte kein Kippvorgang eingeleitet werden. 

 

Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit!